Mein Name ist Andrea Arztmann-Schnitzer, ich bin 36 Jahre alt, verheiratet und Mutter von 3 Kindern.

Ich bin Klinische- und Gesundheitspsychologin und arbeite seit Jahren in freier Praxis, wo ich mich vor allem auf die Beratung von Sprechstörungen besonders dem Stottern, spezialisiert habe.

Ich stottere seit ich denken kann. Durch ein Gott-sei-Dank intaktes familiäres und privates Umfeld, habe ich mich aber durch mein Stottern nie behindern lassen.  Natürlich waren auch für  mich mündliche Prüfungen und besonders Referate ein Gräuel, aber ich habe mich immer mutig den einzelnen Sprechsituationen gestellt. Auch wenn es nicht immer leicht gefallen ist. Auch ich hatte Situationen, in denen ich mir schon Stunden vorher überlegte, welche Wörter ich am besten und am leichtesten aussprechen würde können, um z.B. eine Extrawurstsemmel und keine Käsesemmel bestellen zu können. Wichtige Telefonate, lies ich lieber meine Mutter erledigen, und um Anrufe entgegen nehmen zu können, habe ich einen Kassettenrekorder mit passendem Text besprochen, und nach 3 maligem Klingeln die Starttaste gedrückt.

Heute ist mein Stottern ( ich habe lange gebraucht um es als Teil von mir zu akzeptieren) für mich kein  Thema mehr.

 

Stottern ist weit mehr als eine Sprachstörungen, es betrifft zum großen Teil die Psyche. Das Stottern ist nicht mehr das Hauptproblem, sondern die Angst davor sprechen zu müssen, die Anstrengung nicht zu stottern.

Ich vergleiche die Angst vor dem Stottern, mit der von Angstpatienten. Auch sie vermeiden genau diese Situationen in der Hoffnung, dass die Angst davor kleiner wird. Das Gegenteil ist der Fall. Je mehr ich mich von diesen Situationen fern halte, umso größer wird die Angst davor. Ich muss mich genau diesen angstmachenden Dingen stellen! Und so ist es auch beim Stottern.

Der Teufelskreis beginnt, wenn man  Situationen vermeidet um nicht sprechen zu müssen, wenn man lieber andere für sich reden lässt. Dann wächst der Druck, ja nicht zu stottern, die Angst vor dem Sprechen und dem damit verbundenen möglichen Versagen. Der Stress überwiegt, der Adrenalinspiegel steigt und es scheint nicht mal mehr möglich richtig zu atmen.

Besonders bei Kleinkindern, wenn das Stottern erst in den „Ohren des Erwachsenen“ stattfindet, genügt oft ein Gespräch mit den Eltern, um sich einige unbewusst ablaufende Dinge bewusst zu machen. Es reicht oft schon aus bestimmte Situationen zu „entschärfen“, dem Kind und sich selber den Druck zu nehmen, und so das Stottern zu reduzieren.

Aber auch bei erwachsenen Stotterern ist es hilfreich sich die Stottersituationen genau anzuschauen, sie zu entschärfen und ihnen den Schrecken zu nehmen.

 

In letzter Zeit kamen vermehrt Anfragen von Schulen an mich, wo Lehrer sich nicht sicher sind, wie sie mit stotternden Kindern umgehen sollen.:

-          Ist es besser das Stottern zu ignorieren?

-          Soll ich das Kind darauf ansprechen?

-          Soll ich korrigieren oder es auffordern richtig zu atmen?

-          Soll ich es in der Klasse ansprechen?

-          Was tun wenn der oder die Schülerin gehänselt wird?...

 

Auch für solche Fragen stehe ich zur Verfügung!

 

Schon immer war es mir ein Bedürfnis anderen Stotterern zu helfen, ihnen zu zeigen, dass es kein Weltuntergang ist, „anders“ zu sprechen. Stottern soll zu keinem Hindernis, keiner Behinderung werden. Es ist wichtig an seinem Selbstwert zu arbeiten, sich den einzelnen Sprechsituationen zu stellen und sich einfach nicht unterkriegen lassen.

 

Ich freue mich darauf Sie kennen zu lernen!

 

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